Konzert mit dem besonderen Etwas

Vergangenen Samstag fand das Herbstkonzert des Musikvereins statt. Dafür verwandelte sich die Turnhalle zum Tatort. Fußspuren auf dem Boden, Polizeiabsperrband und mysteriöse Flaschen beispielsweise mit der Aufschrift „Arsen“ schmückten die Bühne. Das Blasorchester widmete sich an diesem Abend ganz dem Thema Krimi. So saßen im ersten Teil des Konzertabends Miss Marple und Derrick auf der Bühne, denn Krimiserien spielen schon lange eine Rolle in unserem Alltag.
Mal bewusster, mal unbewusster nimmt man dabei die dazugehörige Musik wahr, doch ohne Musik ist ein Krimiabend im Fernsehen langweilig und undenkbar. Mit dem Medley „Crimestoppers“ erinnerten wir uns vor allem an ursprünglich englischsprachige Serien wie Hawaii Five-O, Baba O’Riley und Law and Order. Natürlich durfte auch der weltbekannte Geheimagent 007 an solch einer Veranstaltung nicht fehlen. Aus diesem Grund wurde „James Bond“ ein ganzes Medley gewidmet. Doch auch die Klassiker der deutschen Krimi-Serien waren an diesem Abend vertreten. Aus der Feder des berühmten Komponisten Klaus Doldinger stammen die Titelstücke zu „Tatort“ und „Ein Fall für Zwei“. Dabei saß manch einer gedanklich schon Sonntagabends auf seinem Sofa vor dem Fernseher, bevor in seinen Gedanken ein Tango-tanzendes Paar auftauchte. Das Blasorchester durfte die Bühne nämlich nicht ohne eine Zugabe, den „Kriminaltango“, verlassen.
Apropos Sofa – ähnliches stand ebenfalls auf der Bühne, ein Ohrensessel. Auf diesem nahm nach der Pause Edi Graf Platz.
Der SWR-Radioredakteur, Buchautor und Musiker verband zwei seiner Leidenschaften und schrieb das Buch „Kriminalpolka“. In der abgedunkelten Halle las er fesselnd und mitreißend Ausschnitte aus seinem Werk vor. Mit viel Humor, Wortwitz und Satire nahm er die Zuschauer mit in die Welt seines Ermittlers Rainer Zufall. Während sich in der Handlung von Kriminalpolka die Reihen des Orchesters durch mysteriöse Todesfälle immer weiter lichten, überlebten die Musiker des MV Schlat glücklicherweise vollzählig und konnten so Grafs Geschichte immer wieder durch passende Musikstücke ergänzen und untermalen. So erklangen der bayrische Defiliermarsch, Böhmischer Wind und Böhmischer Traum bis Markus Großmann zu den Messern ...äh Löffeln griff, welche schwungvoll zur Löffelpolka klapperten und der zweite Teil des Abends schließlich mit „Der dritte Mann“ beendet wurde.
Es hat uns sehr viel Spaß gemacht mit Edi Graf zusammenzuarbeiten und auch aus den Publikumsreihen kamen durchweg positive Eindrücke. Schade, dass sich viele Schlater eine solche Besonderheit trotzdem entgehen lassen.
Herzlichen Dank an Edi Graf, allen Helfern vor, während und nach dem Konzert, an Baumschule Clement für die wunderbaren Dekoartikel, sowie an Manufaktur Jörg Geiger und Obstbau Friedrich Mühlhäuser.

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